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Christiana van Osenbrüggen

Dipl.-Geographin · Kulturmanagerin

Kultur eröffnet Räume für Erfahrung, Auseinandersetzung und neue Perspektiven. Darin liegt für mich ihr eigener Wert. Seit meinem Geographiestudium interessiert mich zugleich, welche Rolle Kultur für die Entwicklung von Städten, Regionen und Gesellschaft spielen kann.

Meine Diplomarbeit zur Ruhrtriennale untersuchte die langfristigen Wirkungen eines kulturellen Großprojekts auf Stadt, Region und Gesellschaft. Die Frage nach dem Zusammenspiel von Kultur und Entwicklung zieht sich seitdem durch meine berufliche Arbeit.

In mehr als zwanzig Jahren habe ich Kultur aus unterschiedlichen Perspektiven kennengelernt: in der Produktion und bei Festivals, in der freien Szene, in Kultur- und Kreativwirtschaft und kultureller Stadtentwicklung, in öffentlichen Kulturorganisationen und in der europäischen Zusammenarbeit.

01

Kultur in der Praxis

Meine berufliche Arbeit begann bei der Ruhrtriennale und führte weiter zu Festivals und Projekten der freien darstellenden Künste. Ich arbeitete mit Künstler:innen und Produktionen, entwickelte und organisierte Projekte, begleitete Kommunikation und Kooperationen und lernte unterschiedliche Strukturen kultureller Arbeit kennen.

Diese Jahre haben meinen Blick auf Kultur bis heute geprägt. Künstlerische Arbeit braucht Freiräume und zugleich verlässliche Bedingungen: Finanzierung, Orte, professionelle Strukturen und Institutionen, die kulturelle Arbeit ermöglichen.

RUHRTRIENNALE · FAVORITEN · OFF LIMITS · TANZ NRW · POTTFICTION · FREIE DARSTELLENDE KÜNSTE

02

Kultur, Stadt und Region

In Gelsenkirchen konnte ich die Frage aus meinem Studium über viele Jahre praktisch weiterverfolgen: Welche Rolle können Kultur und Kreativwirtschaft in der Entwicklung eines Stadtteils und einer Stadt spielen – und was brauchen Künstler:innen und Kreative, um dort dauerhaft arbeiten und eigene Vorhaben entwickeln zu können?

Im Auftrag des Referats Kultur der Stadt Gelsenkirchen entwickelte und steuerte ich über sieben Jahre 14 nationale und europäische Vorhaben in Kulturentwicklung, Kultur- und Kreativwirtschaft, Quartiersentwicklung und Internationalisierung.

Dazu gehörten die Entwicklung des Kreativ.Quartiers Ückendorf, die Neuausrichtung des Halfmannshofs, Qualifizierungs- und Residenzprogramme, neue Arbeitsorte und Kooperationen mit Hochschulen, Kulturinstitutionen und internationalen Partnern.

KREATIV.QUARTIER ÜCKENDORF · HALFMANNSHOF · FUTUREWORK / CO.LABORATORIUM · NEXT LEVEL CAMPUS · BOCHUMER STRASSE SPRICHT · CO.CREATION RESIDENCY RUHR

03

Europa als Lernraum

Aus meiner Arbeit in Gelsenkirchen entwickelte sich die europäische Zusammenarbeit zu einem festen Bestandteil meiner Arbeit. Mich interessiert daran vor allem die Möglichkeit, unterschiedliche Erfahrungen, Arbeitsweisen und lokale Bedingungen miteinander in Austausch zu bringen und voneinander zu lernen.

Europäische Programme schaffen dafür einen konkreten Rahmen. Ich habe internationale Partnerschaften und Förderprojekte entwickelt und mit Kommunen, Kulturorganisationen, Hochschulen, Kreativen und europäischen Netzwerken gearbeitet – von der ersten Idee und dem Aufbau der Partnerschaft über die Antragstellung bis zur Umsetzung.

ICCI widmete sich der Internationalisierung der Kultur- und Kreativwirtschaft. Mit EXCITE / EXCITE 2.0 war ich im Rahmen von Erasmus for Young Entrepreneurs tätig. C-CHANGE / URBACT brachte europäische Städte zu Fragen von Kultur, Kunst und Klimaschutz zusammen.

ICCI · EXCITE / EXCITE 2.0 · C-CHANGE / URBACT · ERASMUS FOR YOUNG ENTREPRENEURS

04

Kulturverwaltung und Organisation

Mit meiner Tätigkeit beim NRW KULTURsekretariat rückte die Institution selbst stärker in den Mittelpunkt meiner Arbeit.

Als Verwaltungsleiterin und später stellvertretende Geschäftsführerin verantwortete ich Finanzen, Personal, Fördermittelverwaltung und zentrale Organisationsprozesse. Gleichzeitig war ich an der Überführung des NRW KULTURsekretariats in einen eigenständigen kommunalen Zweckverband beteiligt.

Dazu gehörten neue Verwaltungs-, Finanz-, Governance- und Entscheidungsstrukturen bei laufendem Betrieb sowie die Zusammenarbeit mit Mitgliedskommunen, politischen Gremien und Kulturinstitutionen.

Diese Erfahrung hat meinen Blick auf kulturelle Entwicklung erweitert: Ideen, Programme und Förderung brauchen Organisationen, die sie fachlich, finanziell und administrativ tragen können.

Heute leite ich am Theater Oberhausen GREENSTAGE, ein von mir entwickeltes und über Creative Europe gefördertes europäisches Kooperationsprojekt zur Nachhaltigkeit in den darstellenden Künsten. Hier verbinden sich europäische Zusammenarbeit, Kulturinstitutionen und Kommunen mit Fragen von Nachhaltigkeit, Organisation und kulturpolitischen Rahmenbedingungen.

NRW KULTURsekretariat · GREENSTAGE · CREATIVE EUROPE

05

Zurück zur Frage nach Entwicklung

Mehr als zwanzig Jahre nach meiner Diplomarbeit bin ich noch einmal zu einer Frage zurückgekehrt, die bereits am Anfang meines beruflichen Weges stand: Wie entsteht Entwicklung – und welche Voraussetzungen brauchen Orte, Organisationen und Menschen, damit Neues entstehen kann?

2026 habe ich an der Toulouse School of Economics das Executive Certificate Economic Complexity & Innovation Policy absolviert. Die Auseinandersetzung mit Innovation Policy, Economic Complexity und Capabilities hat meinen Blick auf viele Erfahrungen aus Kultur- und Stadtentwicklung noch einmal geschärft.

César A. Hidalgo ↗ · Center for Collective Learning ↗

Innovation entsteht dort, wo Wissen und Fähigkeiten vorhanden sind, sich verbinden und weiterentwickeln können. Für meine Arbeit stellt sich damit die Frage, wie Kulturpolitik, Kulturorganisationen und öffentliche Institutionen solche Fähigkeiten stärken und Räume für Kooperation, Lernen und Entwicklung schaffen können.

Damit schließt sich für mich ein Kreis: von der Frage nach den Wirkungen der Ruhrtriennale auf Stadt und Region über mehr als zwei Jahrzehnte kultureller und institutioneller Praxis zurück zur Frage, wie Entwicklung entsteht – und wie die Voraussetzungen dafür gestaltet werden können.

CVANO

Kultur. Transformation. Europäische Zusammenarbeit.

CVANO ist mein unabhängiges Projektbüro und führt die Erfahrungen und Fragen zusammen, die meine berufliche Arbeit geprägt haben: Kultur- und Stadtentwicklung, öffentliche Kulturorganisationen, europäische Kooperation sowie die Entwicklung und Umsetzung komplexer Projekte.

Ausgangspunkt meiner Arbeit sind der konkrete Kontext, die beteiligten Menschen und Institutionen und die Frage, welche Strukturen, Ressourcen, Fähigkeiten und Kooperationen ein Vorhaben braucht.

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